Dienstag, 29. Oktober 2013

Unterwegs mit dem Chefankläger

Der Tübinger Regisseur Marcus Vetter hat in der Vergangenheit bereits zahlreiche Preise für seine Dokumentarfilme erhalten. Für seinen aktuellen Film »Der Chefankläger« begleitete er drei Jahre lang den ersten Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag, Luis Moreno Ocampo, reiste mit ihm in die Krisenherde der Erde, sah ihm über die Schulter, traf Angelina Jolie und charismatische Idealisten. Ein Film und eine Begegnung, die das Denken und das Leben des Regisseurs nachhaltig prägen.

Chefankläger Luis Moreno Ocampo. Foto: Bukera Pictures

Es sind Bilder, die unter die Haut gehen. Bilder, die schockieren, und Bilder, die ein aufwühlendes Gefühl aus Nichts-tun-Können, Wut und Trauer hinterlassen. Ein kleiner Junge wird von afrikanischen Milizen verschleppt, auf die Laderampe eines Pick-ups geworfen, geschlagen und getreten. Ein israelischer Reporter telefoniert während einer Live-Sendung mit einem Mann im Gaza-Streifen, wo just in dem Augenblick des Telefonats eine eingeschlagene Granate seine Töchter tötet. Ein junger Heranwachsender wird von bewaffneten Milizen befragt, wo er herkomme. Flehend gibt er seinen Widersachern die Antworten, unsicher versucht er ihnen zu entkommen, nur nutzt das nichts. Er wird auf offener Straße erschossen.

Keine Hollywood-Produktion

Diese Szene sind keinen Hollywood-Produktionen entsprungen, sie sind real. Und sie sind ein kleiner und doch so wichtiger Bestandteil des neuen Films des Tübinger Regisseurs Marcus Vetter. In »Der Chefankläger« begleitete der schwäbische Filmemacher den ersten Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs (ICC), Luis Moreno Ocampo, drei Jahre lang und dokumentierte seine Arbeit und seinen Einsatz für mehr Gerechtigkeit auf der Welt. Eine Gerechtigkeit, die in vielen Ecken der Erde nicht vorkommt, das demonstrieren die gezielt eingesetzten Schock-Szenen. »Wir haben viel über diese Bilder diskutiert, weil sie so hart sind, dass sie einem nicht mehr aus dem Kopf gehen. Und weil sie nicht mehr aus dem Kopf gehen, müssen sie in den Film. Dem Zuschauer muss durch diese Bilder klar werden, warum der ICC so wichtig ist«, sagt der Regisseur und gibt damit zugleich seinen Antrieb für den Film preis.

»Der Chefankläger« war geboren

Der Internationale Strafgerichtshof mit Sitz in Den Haag nahm seine Arbeit am 1. Juli 2002 auf und ist dafür zuständig, gegen Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und Verbrechen der Aggression, die seit der Gründung auf der Welt geschehen, vorzugehen. All die Verbrechen, bei denen sich Führer über das Gesetz, über das Völkerrecht stellen. Jeder weiß, dass dies auf der Welt passiert. Aber man schaut gerne weg. Man ist froh, dass man nicht selber in der Situation steckt, und die Täter kommen ungeschoren davon. Seit nunmehr elf Jahren gibt es mit dem ICC aber eine Instanz, die diese Menschen vor Gericht stellt. Oder stellen könnte. Die Akzeptanz des Strafgerichtshofs ist nicht überall auf der Welt gleich. Länder wie die USA, Russland, China oder Israel sind keine Mitgliedsstaaten, für sie gilt das Rom-Statut, was die vertragliche Grundlage des ICC ist, nicht. Sie können nicht belangt werden. Wenn es nach dem ersten Chefankläger des ICC, Luis Moreno Ocampo, geht, noch. Seine mutige Vision von der Zukunft ist, dass in 20 Jahren alle Staaten der Welt dem ICC unterstellt sein werden. Der Weg dorthin wird aber lang und steinig. Auch heute noch wissen viele nichts von der Arbeit des Internationales Strafgerichtshofs. Das war auch Ocampo bei seiner Amtseinführung klar. Darum kontaktierte er den Tübinger Regisseur Marcus Vetter. Der ICC musste in die Öffentlichkeit! »Der Chefankläger« war geboren.

Palästina, die treibende Kraft

»Ursprünglich sollte es in dem Film um Paläs­tina gehen«, erinnert sich Vetter. Der Chefankläger sei auf ihn zugekommen, als er Vetters Film »Das Herz von Jenin« gesehen habe. Der Film erzählt die Geschichte des Palästinensers Ismail Khatib. Er spendete die Organe seines von den Israelis erschossenen Sohns an israelische Kinder. »Ocampo hat das Thema der Aussöhnung des Films sehr interessiert«, so der Regisseur. Der ICC befand sich in der Zeit an einem Punkt, an dem die Mitgliedschaft Palästinas heiß diskutiert wurde. Dies sollte das Thema der Dokumentation werden. Doch weil sich dieser Prozess immer mehr in die Länge zog, musste ein neuer Plan her.

Lubanga ein Glücksfall

»Uns war plötzlich klar, dass es nicht das alleinige Thema sein kann. ICC hat mehrere Fälle und wir haben nach einem roten Faden gesucht. Diesen haben wir in dem ersten Fall des ICC, der wirklich zum Abschluss gebracht wurde, gefunden«, berichtet der Filmemacher. Das war der Fall gegen Thomas Lubanga Dyilo, dem kongolesischen Milizenführer und Gründer der berüchtigten UPC. Er war der erste Angeklagte, der sich vor dem Internationalen Strafgerichtshof verantworten musste, und es war zeitgleich auch der erste und einzige Fall von Ocampo, der zum Abschluss gebracht wurde. Für das Filmteam ein Glücksfall: »Für uns war das natürlich toll. Wir konnten in das Gericht gucken, hatten Material exklusiv zur Verfügung gestellt bekommen.« Sie haben die Arbeit aller Beteiligten hautnah erlebt, konnten sich einen eigenen Eindruck vom Angeklagten machen – »Er sah nicht aus wie ein Monster« – und vor allem hatten sie eine Entscheidung in dem Film. Denn mit Lubangas Verurteilung endete auch Ocampos Amtszeit am Gerichtshof.

Ein Mann mit Charisma

Luis Moreno Ocampo ist eine schillernde Persönlichkeit. Das erste Mal trat er bei den Prozessen gegen die argentinische Militärdiktatur in Erscheinung. Richtig zu glühen begann sein Stern als Chefankläger. Mitunter wirkt er im Film, als würde er die Macht genießen, als würde er sich gerne im Mittelpunkt sehen. Der Filmemacher, der drei Jahre an Ocampos Seite verbracht hat, sieht das anders: »Er hat sehr viel Charisma, aber er drängt sich nicht auf.« Vielmehr sei es so, dass sich alle aufgrund seines Charismas auf ihn gestürzt haben, was ihm wiederum die Öffentlichkeit bescherte. Natürlich verstand es Ocampo auch, die Medien für sich zu nutzen, er hatte seine Antennen überall. Er wusste genau, warum er gerade bei seinem Fall, der auch noch mit einer Kamera begleitet wird, Hollywood-Superstar Angelina Jolie genauso mit ins Boot holte wie einen der Chefankläger der Nürnberger Prozesse, Benjamin Ferencz. Er wollte alles daransetzen, dass die Arbeit des ICC die Aufmerksamkeit bekommt, die sie seiner Meinung nach verdient.

Wie ein Besessener

Als Chefankläger arbeitete Ocampo wie ein Besessener, immer getrieben von seinem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und seinem Optimismus. Der Film zeigt ihn fast immer am Telefon – in seinem Büro, im Auto, im Flugzeug. Seine Gesprächspartner sind Rebellenführer und seine Assistenten. Er jettet von einem Land ins nächste, um diejenigen dingfest zu machen, die sich über das Völkerrecht setzen. Und doch gelingt und gelang ihm in seiner Amtszeit nicht alles. »Er hätte noch gerne vieles mehr als nur den Lubanga-Fall zu Ende gebracht«, so Vetter. Mit dem Staatspräsidenten des Sudan, Omar Hassan al-Baschir, hatte er eine Art Privatfehde. Der ICC erließ als Folge des Darfur-Konflikts einen Haftbefehl wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen. Der Präsident hat den Chefankläger immer wieder gefoppt, weil er ständig in Länder gereist ist, in denen er eigentlich hätte verhaftet werden sollen, weil sie dem ICC angehören. Und das ist nicht passiert. Das nagt – auch heute noch – an ihm. Er ist aber keiner, der dann den Kopf  in den Sand steckt und sagt, dass es nichts mehr bringe. Sondern er ist jemand, der andere Wege sucht.

Auf den Spuren von Gaddafi

Vetter hat ihn auf diesen Wegen begleitet. Sie führten ihn im Zuge der Dreharbeiten außer nach Den Haag auch nach Österreich, New York und nach Lybien. Lybien war dabei das einschneidendste Erlebnis. Zu der Zeit, als sich die Bevölkerung gegen ihren Despoten erhoben hat, war auch der Chefankläger Muammar al-Gaddafi und seinem Sohn Saif auf den Fersen. Sie sollten vor Gericht in Den Haag gestellt werden. »Wir hatten gar keine Einreiseerlaubnis, wir mussten uns reinschmuggeln lassen,« erinnert sich Vetter. »Das sieht man dem Film nachher nicht an, wie schwierig es war, mit Ocampo so schnell dorthin zu kommen.« Auch in Lybien zeigte sich, dass das Potenzial des Strafgerichtshofs noch ausbaufähig ist. Ja, sicherlich hätte der Chefankläger gerne Gaddafi vor Gericht gestellt, nur war es unter den gegebenen Umständen der Ermordung des ehemaligen Staatschefs durch die Rebellen nicht möglich. Aber seinen Sohn Saif hätte Ocampo sehr gerne in Den Haag gehabt. Bekommen hat er ihn nie, weil er sich vor der Gerichtsbarkeit des eigenen Landes verantworten muss. Aber aufgegeben hat der Chefankläger deswegen noch lange nicht.

Glaube an die Gerechtigkeit

Dieser unermüdliche Glaube an die Gerechtigkeit, der Antrieb Ocampos in all seinem Handeln, färbte bald auch auf den Regisseur ab. Ihn haben die Dreharbeiten nachhaltig geprägt, er weiß jetzt um die Bedeutung des ICC für die Welt. »All meine Filme sind für mich fast wie ein Universitätsstudium«, sagt Vetter. Dank seiner Filme – und besonders wegen Luis Moreno Ocampo – hat er gelernt, dass man manchmal die Sachen einfach machen muss. »Nicht lange darüber diskutieren, was nicht geht, sondern das zu tun, was geht!« Oft werde man zwar dafür kritisiert, wenn man etwas macht und es nicht so läuft, wie es sollte. Der Erste macht mehr Fehler als der Letzte. Bei jedem Computer-Programm ist die Version 1 nicht die beste. Aber ohne diese würde es auch keine Version 8 geben und es würde sich nichts ändern. Auch nicht das Schicksal tausender Unschuldiger, die leiden müssen.

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Wenn Worte glücklich machen

Foto: Stefan Heilemann
Das Schreiben kann viele Gründe und Zwecke haben. Es dient der Information, der Unterhaltung oder dem Maßregeln. Für den Stuttgarter Björn Springorum hat das Schreiben eine ganze eigene Bedeutung: Es macht ihn glücklich. Umso schöner, wenn dabei etwas Spannendes für die Nachwelt entsteht. Denn im Oktober veröffentlicht der gelernte Journalist seinen ersten Roman.

Man muss als junger Autor heutzutage schon naiv genug sein oder einen sehr guten Plan haben, wenn man sich in die Fänge der Verlagswelt begibt. Klangvolle Namen gibt es viele, noch viel größer ist die Zahl derer, die mit ihren Werke ein trostloses Dasein fristen. Der Stuttgarter Björn Springorum wagt den Sprung in diese Gewässer. Am 11. Oktober erscheint bei Bastei Lübbe sein Debütroman »Der Herbstbringer«. Es ist die Geschichte eines jungen heranwachsenden Mädchens, das im Heim aufwächst und sich nicht an seine Vergangenheit erinnert, eines Mädchens, das ein dunkles Geheimnis in sich trägt. Es geht um Mystik, übernatürliche Mächte und um Vampire. Doch eines gleich vorweg: Auch wenn es ein Vampir-Jugendroman ist, mit Twilight hat dies rein nichts zu tun. Die Idee zu dem Buch entsprang einem nächtlichen Traum: Wie ist es, wenn man lebendig begraben wird? Und wie ist es, wenn man dabei unsterblich ist? Zugegeben, ein Traum, wie ihn nicht jeder träumt. Aber Björn Springorum ist auch nicht jeder.

Was für andere Menschen gute Filme, spannende Bücher oder actionreiche Videospiele sind, ist für den 30-Jährigen das Schreiben. »Beim Schreiben kann ich mich am besten entspannen«, sagt er. So kommt er zur Ruhe, findet den inneren Ausgleich und ist zufrieden. Schreibblockade? Kennt er nicht. Wenn er sich an den Rechner setzt und seine Gedanken und Ideen zu Papier bringt, ist er in einer Welt gefangen, in der er gerne ein Gefangener ist und aus der er nur ungerne wieder ausbricht. »Wenn ich mal aus Zeit- oder anderen Gründen nicht dazu komme, zu schreiben, merke ich schnell, dass mir irgendetwas fehlt, ich werde immer rastloser und ungeduldiger.« Das Absurde dabei ist, dass mit das Einzige, was ihn vom Schreiben abhält, das Schreiben selbst ist.
Björn Springorum arbeitet seit vielen Jahren als Journalist, er schreibt u.a. für die Stuttgarter Nachrichten, die Esslinger Zeitung, den Metal Hammer, Lift, Piranha und und und. Freizeit ist oft ein Luxusgut. Doch ist Schreiben nicht gleich Schreiben. »Ich liebe meinen Beruf, liebe es, Texte zu verfassen«, sagt er. »Aber wenn ich Bücher schreibe, dann ist es etwas ganz anderes.« Bücher seien viel persönlicher. In ihnen kehrt er sein Innerstes nach außen, verarbeitet Erlebtes, Träume und Gedanken bekommen eine Gestalt. Bücher zu schreiben ist für ihn das reine Glück.

»Der Herbstbringer« ist bereits das dritte Buch, von insgesamt vier, die er bereits geschrieben hat, und das erste, das in den Buchhandel kommt. Wenn Springorum über sein Werk spricht, dann redet er wie ein Vater, der über die ersten Schritte seine Sohnes berichtet. Er holt kaum Luft, lässt das frisch servierte Essen stehen, trinkt nur ab und an einen Schluck. Die Anekdoten, wie viel Glück er mit seiner Lektorin und seinem Verlag hatte, die kaum welche bis gar keine Änderungen am Manuskript hatten, sprudeln aus ihm heraus. Seine Aufregung so kurz vor dem Erscheinen des Buches ist greifbar. Er, der in seinem Berufsleben schon so viele Kritiken geschrieben hat, muss sich jetzt der Kritik von außen stellen. Ob er denn auch kritikfähig sei? »Das werde ich dann sehen, wenn die ersten negativen Kritiken kommen«, lacht der Autor. »Aber es allen recht machen kann man eh nicht.« So naiv ist er nicht.

Montag, 2. September 2013

Die Intimität der Musik

Foto: EMQI
Der Tübinger David Orlowsky ist einer der bedeutendsten Klezmer-Musiker Deutschlands. Mit seinem Trio gilt er heute als richtungsweisend im Bereich der neuen Weltmusik. Das belegen nicht zuletzt  die zwei ECHO-Auszeichnungen, die Orlowsky verliehen wurden. Die Konzerte seines Trios sind Höhepunkte, wie man sie in ihrer Intimität selten erlebt. Im Gespräch mit mir erklärt der Klarinettist den Unterschied zwischen Klezmer und populärer Musik, und sagt, warum sie nicht im Stadion funktioniert.


Was haben David Orlowsky und David Garrett gemeinsam?
(lacht) Nur den Vornamen.

Stimmt nicht ganz: Beide haben ihren ersten ECHO-Klassik im Jahr 2008 gewonnen.
Oh, okay, dann haben wir doch etwas gemeinsam. (lacht)
 
Und was unterscheidet den einen David von dem anderen?
Eigentlich eine ganze Menge. Erst mal natürlich das Instrument, David Garrett spielt Geige, ich Klarinette. Und auch in der Musik unterscheiden wir uns. Wir haben uns zwar damals beim ECHO kurz kennengelernt, aber ich kenne ihn dennoch nicht wirklich.

David Garrett ist heute ein Star, dich kann man trotz deiner Erfolge ruhigen Gewissens als einen »Geheimtipp« bezeichnen. Ist Klarinette nicht so massentauglich wie Geige?
Unsere Musik ist sicherlich etwas weniger kommerziell als das, was David Garrett macht. Bei uns im Trio ist es wirklich nicht das Ziel, möglichst viele Menschen zu erreichen. Das wäre mit Klezmer auch ziemlich schwer. Unsere Variante der Musik ist ziemlich komplex. Der Klezmer, wie wir ihn spielen, ist harmonisch weiterentwickelt, es kommt vieles aus dem Jazz, vieles aus der zeitgenössischen Musik dazu. Das ist etwas, was uns persönlich sehr interessiert, aber nicht unbedingt die ganz große Masse anspricht.

Hoffst du, dass es sich eines Tages ändert und auch Klezmer in der Mitte der Musikgesellschaft ankommt?
Wir machen das, was uns gefällt, und ich habe nicht das Gefühl, dass wir zu wenig Erfolg damit haben. Unsere Musik ist nicht für Stadien gemacht. Wir fühlen uns in Kirchen, in Kammermusiksälen, in kleineren Räumen, in denen man den direkten Draht zum Publikum hat, wohl. Das funktioniert nicht, wenn 5.000 oder 10.000 Menschen im Publikum sitzen. Die Intimität der Musik würde man so überhaupt nicht mitbekommen.

Du bist zweifacher ECHO-Preisträger. Welche Bedeutung haben solche Preise für dich?
Natürlich haben die Preise eine Bedeutung insofern, dass sie eine Wertschätzung sind, die einen freut. Gleichzeitig bedeuten sie aber nicht, dass man etwas erreicht hat, auf dem man sich ausruhen kann. Ich glaube keinem, der behauptet, solche Preise wären ihm egal.

Wie ist das typische David Orlowsky-Publikum?
Die meisten Menschen, die zu unseren Konzerten kommen, sind Menschen, die sich mit Musik beschäftigen. Sie hören viel Musik, gehen viel auf Konzerte, kaufen sich viele Platten. Das sind Menschen, für die Musik im Leben sehr wichtig ist. Menschen, die nur mal kurz zum Musikantenstadel reinschalten und ansonsten nur das Radio anmachen, findet man bei uns nicht. Für sie ist unsere Musik wahrscheinlich nicht direkt genug. Bei uns muss man auf die Musik zukommen, sich diese erschließen. Ein Florian Silbereisen beispielsweise bedient sich ganz einfacher Strukturen, was die Musik angeht. Das will ich nicht bewerten und sagen, dass dies schlecht sei. Das ist einfach nur eine ganz andere Art und Weise, Musik zu machen. Sie kommt direkt und ohne Umwege bei den Menschen an.

Wie hast du dir die Musik erschlossen? Schließlich hast du schon im Alter von 10 Jahren damit angefangen.
Musik hat bei uns in der Familie immer eine große Rolle gespielt. Meine Mutter ist Geigenlehrerin, meine Schwester hat Geige gespielt, mein Bruder ist ein sehr guter Pianist. Bei mir hat sich das im Laufe der Zeit entwickelt. Anfangs war ich gar kein Klassik-Fan, ich wollte nur Michael Jackson hören. Durch Konzerte und Hörerlebnisse hat sich das Interesse an der Musik immer weiterentwickelt.

Dabei hast du zunächst nicht Klarinette, sondern Schlagzeug gespielt...
Ich war als Schlagzeuger mit einem Orchester unterwegs und durfte mal in eine Klarinette reinblasen. Das war für mich ein echtes Aha-Erlebnis. Ein Jahr später war ich dann auf einem Konzert von Giora Feidman (einer der bekanntesten Klezmer-Musiker weltweit, Anm. d. Red.), von da an hat mich die Klarinette richtig gepackt.

Hat Giora Feidman deinen musikalischen Werdegang nachhaltig geprägt?
Absolut. Er hat ihn überhaupt erst in Gang gesetzt. Davor war ich ein typischer Musikschul-Schüler, mäßig motiviert und mit mehr Interesse für andere Sachen. Dank Giora Feidman habe ich festgestellt, dass Musik mich richtig begeistern kann. Davor war ich ein Musikkonsument, er hat den Wunsch in mir ausgelöst, selber etwas zu machen.

Du warst im besten Teenager-Alter, als du in die Lehre von Giora Feidmann gegangen bist. Hat man als 16-Jähriger nicht ganz andere Probleme im Kopf?
(lacht) Naja, es ist nicht gerade ein Coolness-Faktor, wenn man zu Hause bleibt und Klarinette übt. Aber mein Gott, jeder macht das, was er will. Andere haben Fußball gespielt, bei mir war es die Klarinette. Ja, ich war 16, aber ich bereue es nicht.
 
Kannst du dir heute überhaupt noch einen Tag ohne das Instrument vorstellen?
Oh, ja! (lacht) Und das schon sehr bald. Noch zwei Konzerte spielen, eine Aufnahme machen und dann geht es in den Urlaub. Dann ist die Klarinette schön im Schrank verstaut und ich gehe surfen.

Du und dein Trio habt euch musikalisch immer weiterentwickelt. Unter welchen musikalischen Einflüssen steht ihr? 
Der Ursprung, den man nach wie vor in vielen Stücken durchschimmern hört, ist natürlich Klezmer. Ansonsten sind es viele Einflüsse. Es ist zum Beispiel ganz viel elektronische Musik dabei. Ich glaube, dass alles, was einen klanglich umgibt, den Geschmack formt. Alles, was ich auf meinem iPhone oder im Radio höre, beeinflusst mich und das, was ich schreibe.

Ist Klezmer in deinen Augen eine unterschätzte Musik?
Ich weiß gar nicht, ob man Musik »unterschätzen« kann. Denn jeder geht doch im Endeffekt auf die Konzerte, auf die er Lust hat.

Was fasziniert dich an der Musik?
Sie hat mich einfach ganz intuitiv angesprochen, ich habe sie sofort verstanden. Ich glaube, viele Menschen würden sie schnell verstehen, weil sie eine ganz menschliche Ebene hat. Durch die Tonalität und Rhythmen ist die Musik sehr emotional.

Ihr beschreibt eure Musik als »Kammerweltmusik«. Kannst du bitte erklären, was dahintersteckt?
Der Begriff setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen: Kammermusik und Weltmusik. Kammermusik deswegen, weil wir uns als gleichwertiges Kammermusikensemble sehen. Das ist keine Soloklarinette mit einer Rhythmustruppe hinten dran – auch wenn es David Orlowsky Trio heißt. Das war, nebenbei bemerkt, überhaupt nicht meine Idee. Das ist der Kammermusikteil. Wir achten auch sehr viel auf Feinheiten, können stundenlang an irgendwelchen Noten rumschrauben. Die Weltmusik kommt daher, dass das Tonmaterial und die gewisse Direktheit, das Tänzerische aus allen möglichen Musikstilen kommt. Balkan ist eindeutig hörbar, öfter auch mal arabische Sachen, besonders in den improvisierten Abschnitten.

Wie viel roter Faden und wie viel Improvisation gibt es auf den Konzerten vom David Orlowsky Trio?
Das hängt immer ein wenig vom Abend ab, von den Gästen, von dem Raum, in dem wir auftreten. Die Stücke haben alle ein Gerüst, eine feste Form. Aber in den Stücken gibt es ganz freie Abschnitte, die Raum für ein Solo lassen. Außerdem haben wir immer die Freiheit, verschiedene Sachen zu variieren und quasi um die Stücke drum herum zu spielen. Das ist nicht wie beim Mozart-Klarinettenkonzert, bei dem jede Note vorgeschrieben ist. Kein Konzert ist wie das andere, das wäre sonst ziemlich langweilig.

Dienstag, 16. Juli 2013

30. Umsonst & Draußen Mössingen: Von Generation zu Generation

Stefanie Dürr und Marcel Valin organisieren
das Umsonst & Draußen Festival in Mössingen.
Foto: privat
Ihre Eltern feierten dort. Sie feierten dort. Und jetzt organisieren sie es. Das Umsonst & Draußen Festival ist in Mössingen eine Institution. Seit 30 Jahren feiern dort Junge und Junggebliebene zwei Tage ausgelassen bei internationalen Live-Bands. Auf die Beine gestellt wird es von einer Handvoll junger Menschen, deren einziger Lohn der Spaß der Festivalbesucher ist.

»Das Beste ist, wenn man sieht, dass es den anderen gefällt«, selten genug hört man heutzutage solch selbstlosen Sätze. Diesmal kommt er vom 18-jährigen Marcel Valin. Gemeinsam mit der 28-jährigen Stefanie Dürr organisiert er das Umsonst & Draußen Festival in Mössingen. Ein Festival, das seit 30 Jahren eine echte Institution der Region ist. Und ein Festival, das sehr viel Arbeit und Einsatz abverlangt. Bleibt die Frage, warum junge Menschen so viel Nerven, Zeit und Kraft für etwas investieren, von dem sie selber wegen der vielen Arbeit kaum etwas mitkriegen? »Also Geld gibt es keines«, lacht Stefanie Dürr. Und Valin ergänzt, dass er sich die Frage auch öfter stelle. Doch schnell kommen beide auf einen Nenner. Es sei eine Art Befriedigung, wenn man abends zusammen mit dem Team steht und sieht, dass alles funktioniert. Die Bands spielen, viele Besucher sind gekommen, die Getränke laufen. Dann ist Zeit, auf sich und den Erfolg stolz zu sein. Zu Recht. Denn während andere Jugendliche feiern und ihren Hobbys nachgehen, klemmen sich Valin, Dürr und andere vom Organisationsteam hinter ihre Rechner und Telefone und planen ein Event, das mehr als nur ein kleiner Farbtupfer in der Open-Air-Landschaft ist.

»Wir beide sind Mössinger Kinder«, sagt Dürr, die hauptberuflich in der Heilerziehungs- und Altenpflege tätig ist. »Für uns gibt es das U&D schon immer.« Und es fühle sich gut an, diese Tradition fortzusetzen. Es ist eine Tradition, die vor Kurzem noch am seidenen Faden hing. Das Festival stand vor dem Aus. Der Platz, auf dem das Event jahrelang stattgefunden hat, wurde bebaut. Eine Sporthalle kam dorthin. Jahrelang haben Privatpersonen das Festival auf die Beine gestellt. Doch das finanzielle Risiko wurde zu groß. Mal kamen Besucher, mal sind sie weggeblieben. Es musste sich etwas ändern, sollte das Umsonst & Draußen, eine der ältesten Veranstaltungen der Region, weiterhin Bestand haben. Man fand einen neuen Platz, der sich später als ein Vorteil herausstellen sollte. Man belebte wieder den Verein Monokultur, der jetzt hinter dem Festival und der Organisation steht. Und die Besucher ließen nicht auf sich warten. »Dass es jetzt das 30. U&D gibt, ist ein großer Erfolg«, sagt Dürr. »Wir wollen nicht, dass es stirbt«, ergänzt Valin. Dafür habe das Festival eine viel zu große Bedeutung für sie.

Nationale und internationale Bands reißen sich mitunter darum, auf dem Hegwiesensportplatz zu spielen. Aberhunderte Bewerbungen erreichen die Macher. Kein Wunder, treffen doch die Bands in Mössingen auf ein begeistertes und begeisterndes Publikum. An diesem Wochenende kommen Studenten, die außerhalb studieren, zurück in ihre Stadt. Die gesamte Jugend trifft sich. Familien mit Kindern treffen auf feiernde Teenager. Es ist ein »Mehrgenerationen-Festival«, wie die Macher sagen. »In meinem Alter kenne ich niemanden, der nicht hingeht«, so Valin. Und auch bei der diesjährigen, der 30. Auflage, werden sich wieder rund 2.500 Besucher pro Tag auf dem Gelände tummeln. Sich die Bands anhören, feiern. Und die wenigsten werden wissen, dass sie diesen Spaß einer Handvoll selbstloser Jugendlicher zu verdanken haben.

Umsonst & Draußen Mössingen
Fr. 26. und Sa, 27. Juli,
Hegwiesensportplatz, Mössingen
www.umsonstunddraussen.com

Freitag, 17. Mai 2013

Mit anderen Augen

Die Teilnehmer des 1. Fotomarathon Stuttgart. Foto: fmtn stgt 2013

 100 Fotografen, sechs Stunden, zwölf Bilder – der erste Stuttgarter Fotomarathon feierte im Mai eine erfolgreiche Premiere. Und mittendrin ich. Gemeinsam mit anderen Hobby- und Profifotografen habe ich mich auf eine spannende und kreative Entdeckungsreise quer durch die Landeshauptstadt begeben. Und viel dabei entdeckt...

»Und? Fertig?«, erreicht mich am Freitagmittag die Nachricht eines Freundes. »Ich bin noch nicht mal zu Hause angekommen«, meine Antwort. Es ist der Vortag einer Premiere, wie es sie in Stuttgart bislang noch nicht gab. Ich, soeben aus dem sonnigen Urlaub gelandet, habe Großes vor: meinen ersten Marathon – den ersten Stuttgarter Fotomarathon. Was ich dabei fotografieren werde? Das weiß ich genauso wenig wie die anderen 99 Teilnehmer. Vor Wochen habe ich mir meinen Startplatz gesichert. Ich möchte die Stadt, in der ich auf den Tag genau seit 20 Jahren lebe, neu für mich entdecken. Sie mit anderen Augen sehen. Sehen, was andere nicht sehen. 

Als am Samstag der Wecker klingelt, bin ich erstaunlich schnell auf den Beinen. Das ist noch nicht mal unter der Woche üblich, geschweige denn am Wochenende. Aber jetzt gilt‘s. Fotoausrüstung noch schnell gecheckt, eine Flasche Wasser in den Rucksack gestopft und ab zum Zollamt. Dort ist um 9 Uhr früh Treffpunkt und Startnummervergabe für die Teilnehmer. Von Profiausrüstung mit teuren Spiegelreflex-Kameras bis hin zum Smartphone ist alles da. Die Anspannung und Vorfreude ist bei allen groß. Pünktlich um 10 Uhr bekommt den ersten der insgesamt vier Laufzettel mit den Aufgaben in die Hand gedrückt. Das alles beherrschende Thema der Bilder soll »Ich sehe was, was du nicht siehst« lauten. »Yeah!«, jubele ich spontan. »Das passt ja perfekt!« Dazu werden über den Tag verteilt zwölf Aufgaben gestellt, die man am Schluss in der exakten Reihenfolge auf seiner Speicherkarte haben muss. »Um die Ecke denken«, geben die Organisatoren noch einen letzten Tipp mit auf den Weg und bewaffnet mit einem Stadtplan machen wir uns auf denselbigen.

Die erste Aufgabe lautet »...das macht Spaß«, dabei muss die Startnummer »kreativ ins Bild eingearbeitet sein«. Wir sind in unmittelbarer Nähe zum Wasen, da gibt es jede Menge Spaß. Doch das ist mir zu offensichtlich. Ich überlege, was mir Spaß bereitet. Die Antwort ist schnell gefunden: der VfB. Gut, vielleicht nicht immer. Aber doch immer öfter. Und vom Zollamt zum Stadion ist es auch nur ein Katzensprung. Also noch kurz den Kumpel, der sich mit mir auf die Reise macht, bequatschen und ab zum Stadion. Jetzt nur noch die 54 – meine Startnummer – dort finden. 54! Da war doch was! 1954! VfB Stuttgart war Pokalsieger... Das erste Bild – ein Foto der Siegermannschaft – ist im Kasten. »Also wenn das nicht kreativ ist«, denke ich mir und bin spontan euphorisiert. Fängt schon mal gut an. Weiter geht‘s.

Die nächsten Aufgaben lauten »...das ist schief gewickelt« und »...das ist wie Urlaub«. Das Hirn arbeitet wie die Arbeiter in der Daimler-Gießerei.  »Schief gewickelt...« Ich laufe an Kabeltrommeln vorbei, an dem Mann mit den Luftballons auf dem Wasen, an Dirndln – doch irgendwie spricht mich das alles nicht so recht an. »Um die Ecke denken« klingt noch in meinen Ohren. Und Zeit ist ja noch massig vorhanden. Schließlich habe man ja bis 13 Uhr Zeit, sich den nächsten Zettel abzuholen. Also weiter grübeln, ausprobieren, verwerfen, wieder neu überlegen. Letztendlich sind auch diese beiden Bilder im Kasten. Derweil schlendern wir zu zweit gemütlich durch den Regen und den Rosensteinpark zum nächsten Ausgabepunkt an der Löwentorbrücke, treffen dabei andere Teilnehmer, tauschen und kurz mit diesen aus. Die Stimmung ist locker und gelöst. Ein Team von dem Organisationskomitee kreuzt den Weg. Sie sagen, dass ein Teilnehmer schon alle Checkpoints durch hat. »War er mit einem Hubschrauber unterwegs?«, denke ich mir noch. Gucke auf die Uhr. Es ist ca. 12 Uhr. Noch genug Zeit. Denke ich. Noch.

Den zweiten Zettel in der Hand, steigt plötzlich der Puls. Nächste Station ist die Feuerwache im Stuttgarter Süden. Zeitansatz: bis 14 Uhr. Das sind anderthalb Stunden! Wie zur Hölle, sollen wir das schaffen?! Mein Begleiter hat noch nicht mal sein Urlaubsbild und schon warten mit »...das ist voll daneben«, »...das ist symmetrisch«, »...das ist unbezahlbar« und »...das ist typisch Stuttgart« die nächsten vier Aufgaben. Wir beschließen zum ersten Mal auf die Möglichkeiten der öffentlichen Personenbeförderung zurückzugreifen – für eine Haltestelle. An der Stadtbibliothek suchen auch andere nach passenden Motiven. Ich tippe mal auf Symmetrie. Es geht im Stechschritt gen Süden. Dort angekommen, ändern wir unsere Taktik und verfluchen den Mann mit dem Hubschrauber. Jetzt gilt es, erstmal alle Aufgaben einzusammeln und dann die Fotos zu machen.

Es sind Aufgaben wie »...das ist Kunst. – Oder kann das weg?«, »...das ist gesichtslos«, »...das ist würzig«, »...das ist schwarz und weiß« oder die finale Aufgabe »...das bin ich«, man auf die Kamera bringen muss, bis Punkt 16 Uhr. Ideen habe ich viele. Nur die Zeit, diese umzusetzen fehlt. »Das nächste Mal bin ich schlauer.« Ich schätze das hat mindestens die Hälfte aller Teilnehmer auch gedacht.

Mein letztes Bild entsteht um 15:58 Uhr. Und was bleibt, ist ein Tag, der mich vor neue Herausforderungen gestellt, der mir die Sicht auf die Dinge erweitert und neue Bekanntschaften eingebracht hat. Unterm Strich steht jede Menge Spaß. Nächstes Jahr gerne wieder. Und ob ich eine Chance auf die ersten Plätze habe? Nein. Aber darum ging es auch nicht. Bei einem Marathon zählt eh nur das Ankommen.


So, und hier sind meine gesammelten 12 Werke

...das macht Spaß

„Was mir Spaß macht? Klar. Fußball! VfB! Und Startnummer? 54! Da war doch was. Pokalsieg 1954. Also auf zum Stadion...“
 


...das ist schief gewickelt

„Um die Ecke denken, lautete die Aufforderung der Marathon-Macher. Also denke ich mal um die Ecke. Das dachte sich wohl auch die Rose, als sie sich in einen benutzten Plastikbecher 'gewickelt' hat.“
 


...das ist wie Urlaub

„Urlaub? Bin doch erst seit gestern zurück... Aber gut, Stuttgart ist auch Urlaub. Natur, Wasser, das Partyfloß – und alle so 'Yeah!'“
 


...das ist voll daneben

„Schon mal versucht, mit einem leeren Akku zu telefonieren? Also früher ging das noch. Heute kaum noch. Und das ist voll daneben!“
 


...das ist symmetrisch

„Was ist in der Stadt symmetrisch und nicht die Stadtbibliothek? Da habe ich mich für die Brücke im Bankenviertel entschieden. Die ist schön gelb und trotzdem wird sie wohl nur von den wenigsten Menschen gesehen, geschweige denn beachtet.“
 


...das ist unbezahlbar

„An diesem Tag, bei diesem Wetter war ein bisschen Sonnenschein tatsächlich unbezahlbar. Vom Rest des Jahres will ich gar nicht reden...“
 


...das ist typisch Stuttgart

„Was ist 'typisch Stuttgart'? Schlossplatz? Fernsehturm? Bahnhof? S21? Für mich ist 'typisch Stuttgart', dass ich die Stadt liebe. Diese Liebe wollte ich auf ein Foto bannen. Und ich hatte großes Glück, dieses Pärchen gesehen zu haben. Danke nochmals :)“
 


...das ist Kunst. – Oder kann das weg?
 
„Stuttgart ist voll von Kunst, die schon so fest zum Stadtbild gehört, dass sie von kaum jemandem wahrgenommen wird – und auch eigentlich weg kann. Oder? So wie die Mobile-Skulptur von Alexander Calder auf dem Schlossplatz. Dass der Künstler den gleichen Namen trägt wie ich, und dass dieser dann auch noch auf dem Kunstmuseum klebt, ist natürlich purer Zufall. Oder?“

 


...das ist gesichtslos

„Stuttgart. Schlossplatz. Freitreppe. Der Hot-Spot in der Stadt, bei dem es sich alles um „Sehen und Gesehenwerden“ dreht. Da kann ein älterer Herr schnell mal 'gesichtslos' und nicht gesehen werden.“
 


...das ist würzig

„Der Zitronenpfeffer, der sich auf Stuttgarts Pflastersteine ergießt, ist wirklich würzig. Ich hab's probiert. Und gesehen hat es auch keiner :)“
 


...das ist schwarz und weiß

„Schwarz und weiß, Männer und Frauen – mehr Gegensätze gibt es nicht. Und doch sind sie hier alle schön beisammen.“
 


...das bin ich

"..."